Verkehrsrecht

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Verkehrsrecht - Rechtsanwaltskanzlei Hager in Hückeswagen


Nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall haben Sie das Recht, einen Rechtsanwalt einzuschalten. Das kann insbesondere dann von Vorteil sein, wenn Ermittlungsakten eingesehen werden müssen, um die Verschuldens- und Beweislage zu ermitteln. Bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall muß die gegnerische Versicherung die Kosten für Ihren Rechtsanwalt übernehmen. Bei einem unverschuldeten Unfall hat die gegnerische Haftpflichtversicherung Sie grundsätzlich so zu stellen, als ob der Unfall nicht geschehen wäre. Die Haftpflichtversicherung braucht aber die Unfallkosten nur dann voll zu übernehmen, wenn der Gegner den Unfall ganz alleine verschuldet hat. Haben Sie den Schaden mit verschuldet oder mitverursacht, müssen Sie sich einen entsprechenden Abzug beim Schadenersatz anrechnen lassen.

Was wird ersetzt?

 

1. Schäden am Fahrzeug, Reparaturkosten:

Das sind die Kosten, die zur Beseitigung der Unfallschäden am Fahrzeug notwendig sind. Bei kleineren Schäden genügt grundsätzlich die Vorlage eines Kostenvoranschlages. Bei größeren Schäden sollten Sie ein Gutachten durch einen KfZ-Sachverständigen einholen lassen. Im Falle des unverschuldeten Unfalles werden diese Kosten ebenfalls von der gegnerischen Versicherung voll übernommen. Sind Sie unsicher, ob die gegnerische Versicherung den Unfall voll übernehmen wird, sollten Sie die gegnerische Versicherung zuvor auffordern, den Schaden begutachten zu lassen.

 

Wertminderung:

Hat Ihr PKW einen nicht unerheblichen Schaden erlitten, so kann ein Anspruch auf den sogenannten merkantilen Minderwert bestehen, wenn Ihr Auto nicht älter als 5 Jahre und bisher unfallfrei war. Zusätzlich kommt es auch noch auf die Fahrleistung an. Die Höhe der Wertminderung weist der Sachverständige in der Regel in seinem Gutachten aus.

 

Totalschaden:

Übersteigen die geschätzten Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs und ist die Reparatur damit wirtschaftlich unvernünftig, so spricht man von einem wirtschaftlichen Totalschaden. In der Regel werden Ihnen dann statt der Reparaturkosten die sogenannten Wiederbeschaffungskosten für ein gleichwertiges Fahrzeug erstattet. Dabei wird der Restwert des Unfallfahrzeuges in Abzug gebracht. Veräußern Sie Ihr Unfallfahrzeug daher nicht unter dem Wert, den der Sachverständige in seinem Gutachten als Restwert angegeben hat. Übersteigen die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert Ihres Fahrzeuges um nicht mehr als 130 %, so können Sie Ihr Fahrzeug auch reparieren lassen. War Ihr Fahrzeug nicht älter als einen Monat und wurde es weniger als 1.000 Kilometer gefahren, so erstattet die Versicherung bei erheblicher Beschädigung den Neupreis unter Abzug des Restwertes.

 

2. KfZ-Folgeschaden:

Darüberhinaus haftet der Schädiger auch für folgende Kosten:

  • Abschleppkosten:
    Ist Ihr Fahrzeug nicht mehr fahrtüchtig, so werden auch die Abschleppkosten bis zur nächsten Werkstatt, die den Schaden sachgerecht beheben kann, ersetzt.
  • An- und Abmeldekosten:
    Wenn Sie sich ein neues Fahrzeug aufgrund des Totalschadens des alten Fahrzeuges beschaffen müssen, ersetzt die Versicherung auch die An- und Abmeldekosten einschließlich der Kosten für das amtliche Kennzeichen. Bewahren Sie daher die Quittungen für diese Kosten auf.
  • Nutzungsausfall:
    Sollten Sie aufgrund des Unfalls auf Ihr Fahrzeug verzichten müssen (Reparaturtage) wird Ihnen in der Regel pro Tag eine Entschädigung für den Nutzungsausfall gewährt.
  • Mietwagenkosten:
    Während der Reparaturdauer oder bis zur Beschaffung eines Ersatzfahrzeuges im Totalschadensfall wird Ihnen anstelle der Nutzungsausfallentschädigung ein Mietwagen bezahlt. Die Mietwagenrechnung wird jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen voll ersetzt. Regelmäßig wird ein Abzug von ca. 10 % aufgrund der ersparten eigenen Betriebskosten vorgenommen. Sollten Sie sehr wenig fahren, ist es ratsam zu überprüfen, ob ein Taxi gegenüber dem Mietwagen eventuell kostengünstiger wäre. Insbesondere bei längerer Mietdauer sollten Sie Preisvergleiche anstellen und Pauschalpreise vereinbaren. Am besten ist es, wenn Sie vor Anmietung eines Mietwagens mit der gegnerischen Versicherung Kontakt aufnehmen und diese nach der Anmietung für einen Unfallersatzwagen fragen.
  • Sachverständigenkosten:
    Sofern der Fahrzeugschaden über ca. 500,00 € liegt, übernimmt die gegnerische Versicherung die Kosten für ein Sachverständigengutachten.
  • Unkostenpauschale:
    Auch ohne Nachweis für Telefon, Briefporto und andere Auslagen ist eine Unkostenpauschale von ca. 25,00 € (je nach Region) angemessen. Falls Sie höhere Kosten haben, müssen Sie diese durch Belege nachweisen.

 

3. Personenschäden:

Personenschäden können in einer solchen Vielfalt auftreten, dass auf die Einzelheiten auf dieser Hompage nicht eingegangen werden soll. Ersatzfähig sind aber meistens:

  • Heilungskosten und vermehrte Bedürfnisse
  • Verdienstausfall
  • Schmerzensgeld

Todesfall

  • Begräbniskosten
  • Unterhaltsanspruch
  • getötete Hausfrau und Mutter

 

4. Unfall mit ausländischen Verkehrsteilnehmern:

Ist der Schädiger im Ausland versichert, dann melden Sie den Schaden an:

Deutsches Büro Grüne Karte
Postfach 10 14 02
20009 Hamburg

 

5. Fahrerflucht / keine Haftpflichtversicherung

Hat der Unfallverursacher Fahrerflucht begangen, war nicht haftpflichtversichert oder hat der den Schaden vorsätzlich und widerrechtlich herbeigeführt, wenden Sie sich an den:

Verein Verkehrsopferhilfe e.V.
Glockengießerwall 1
20095 Hamburg

Bei Schäden durch unversicherte Fahrzeuge oder bei vorsätzlicher Handlung des Verursachers zahlt die Verkehrsopferhilfe, als wäre der Schuldige mit der gesetzlichen Mindestdeckungssumme versichert. Allerdings gelten hier auch wieder diverse Einschränkungen.

 

6. Meldung an die eigene Versicherung:

Wenn Sie sich nicht an Ort und Stelle mit dem Unfallgegner über die Regulierung der Schäden einigen können, melden Sie den Schaden umgehend, spätestens innerhalb einer Woche, Ihrer Haftpflichtversicherung, auch wenn Sie glauben, dass der andere Schuld sei.

 

Entziehung der Fahrerlaubnis:

1. Alkohol:

Bei Alkoholvergehen im Straßenverkehr ist zwischen Straftaten (StBG) und Ordnungswidrigkeiten (OwiG) zu differenzieren.

Schon bei einer Blutalkoholkonzentration (BAK) von mehr als 0,3 Promille droht Ihnen im Fall auch eines unverschuldeten Unfalles die Entziehung der Fahrerlaubnis. Fahren Sie mit einer Blutalkoholkonzentration von 0,5 bis 1,09 Promille droht Ihnen ein Bußgeld von 500,- €, 4 Punkte im Verkehrszentralregister in Flensburg und 1 Monat Fahrverbot. Sollte es bereits die zweite Fahrt mit Alkohl sein, drohen ein Bußgeld von 1000,- €, 4 Punkte im Verkehrszentralregister in Flensburg und 3 Monate Fahrverbot. Fahranfänger, die gegen die Null-Promille-Regelung verstoßen, müssen mit einem Bußgeld in Höhe von 250,- € und 2 Punkten rechnen. Fahren mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,1 Promille und mehr ("absolute Fahruntüchtigkeit"), wird als Straftat geahndet Freiheits- oder Geldstrafe bis zu 3000 EUR 7 Meist 6 Monate Führerscheinentzug

Werden Sie zum ersten Mal mit einer BAK von 1,6 Promille erwischt, können Sie sich darauf einstellen, zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis den "Idiotentest" (MPU) machen zu müssen.

 

2. Überhöhte Geschwindigkeit:

Droht Ihnen die Entziehung der Fahrerlaubnis wegen wiederholter Verkehrsverstöße (Punkte haben sich angehäuft), so kann es ratsam sein, einen Anwalt aufzusuchen. Wenn dieser Ihnen dabei behilflich ist, nachzuweisen, dass der Führerschein für Sie existenznotwendig ist, wird die Fahrerlaubnisentziehung oftmals in eine Geldstrafe umgewandelt.

 

3. Sonstiges:

Werden Sie sonstiger Verkehrsstraftaten – wie z. B. Unfallflucht oder gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr – beschuldigt, empfiehlt es sich in jedem Fall, zum Anwalt zu gehen, weil Ihnen in diesen Fällen nicht nur die Entziehung der Fahrerlaubnis, sondern auch weitergehende strafrechtliche Konsequenzen drohen.